Praxisratgeber · Depotwechsel · Stand August 2026

Krypto-Depot wechseln: Was Sie vorher wissen müssen

Anders als Aktien lassen sich Kryptowährungen bei den meisten Anbietern nicht übertragen. Warum das eine Steuerfalle birgt — und wann ein zweites Depot die bessere Lösung ist.

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Konditionen auf einen Blick

Krypto übertragbar
meist nein
ETPs übertragbar
ja
Wertpapierübertrag
gesetzlich kostenlos
Dauer
2 – 6 Wochen
Übertrag steuerneutral
ja, ohne Rechtsträgerwechsel
Verkauf + Neukauf
steuerlich ein Verkauf
Neue Haltefrist
beginnt beim Neukauf
Alternative
zweites Depot

Allgemeine Information, keine Steuerberatung. Stand 2. August 2026.

Lohnt sich der Wechsel für Sie?

Vergleichen Sie Ihre aktuellen Konditionen mit denen der anderen Anbieter — inklusive laufender Wechselprämien.

Redaktion: KryptodepotsAktualisiert: 2. August 2026Lesezeit: 9 Min.Anzeige / Affiliate-Links

Ein Depotwechsel lohnt sich schneller, als viele denken. Wer 20.000 Euro in Kryptowerten hält und jährlich für 5.000 Euro nachkauft, spart beim Wechsel von einem 1,5-Prozent-Anbieter zu einem 0,30-Prozent-Anbieter rund 60 Euro pro Jahr — bei identischer Leistung. Bei Krypto-Depots gibt es allerdings eine Besonderheit, die den Wechsel komplizierter macht als bei Aktien.

Kann ich Kryptowährungen von einem Depot zum anderen übertragen?

Kurzantwort

In der Regel nicht. Anders als Aktien und ETFs, die per Depotübertrag zwischen Banken wandern können, lassen sich echte Kryptowährungen bei den meisten deutschen Anbietern weder senden noch empfangen. Ein Wechsel bedeutet daher fast immer: verkaufen beim alten Anbieter, neu kaufen beim neuen. Übertragbar sind lediglich Krypto-ETPs, weil sie Wertpapiere sind.

Diese Einschränkung betrifft flatex, Traders Place, justTRADE, Smartbroker+ und finanzen.net ZERO — alle Anbieter mit Tangany-Verwahrung. Nur bei Bitpanda und eToro können Sie Coins an externe Adressen senden und damit theoretisch zu einer anderen Plattform mit Empfangsmöglichkeit übertragen.

Die Steuerfalle beim Wechsel

Ein Verkauf ist steuerlich ein Verkauf — auch wenn Sie unmittelbar danach dieselbe Menge beim neuen Anbieter zurückkaufen. Liegt Ihre Haltedauer unter zwölf Monaten und überschreiten die realisierten Gewinne die Freigrenze von 1.000 Euro, wird der gesamte Gewinn steuerpflichtig. Zusätzlich beginnt für die neu gekauften Coins eine neue Zwölfmonatsfrist. Rechnen Sie das durch, bevor Sie wechseln.

Wann lohnt sich ein Wechsel trotzdem?

Für den Wechsel spricht

  • Bestände sind bereits über zwölf Monate alt — der Verkauf ist steuerfrei
  • Kostenunterschied ist erheblich, etwa 2,8 % gegenüber 0,30 %
  • Sie kaufen regelmäßig nach und profitieren dauerhaft
  • Der neue Anbieter bietet Funktionen, die Sie brauchen (Sparplan, Staking, Wallet)
  • Bestände liegen aktuell im Verlust — der Verkauf löst keine Steuer aus

Gegen den Wechsel spricht

  • Bestände sind jünger als zwölf Monate und im deutlichen Gewinn
  • Realisierte Gewinne würden die 1.000-Euro-Freigrenze überschreiten
  • Die neue Zwölfmonatsfrist verzögert Ihre Steuerfreiheit erheblich
  • Der Kostenunterschied ist gering und amortisiert sich kaum
  • Spread beim Verkauf und beim Neukauf fällt doppelt an

Die pragmatischste Lösung ist oft gar kein Wechsel, sondern ein zweites Depot. Lassen Sie Altbestände beim bisherigen Anbieter liegen, bis die Haltefrist abgelaufen ist, und tätigen Sie alle Neukäufe beim günstigeren Anbieter. Die Depotführung ist bei allen acht Anbietern kostenlos, und getrennte Depots erleichtern zusätzlich die FIFO-Zuordnung bei der Steuer.

Wie funktioniert der Wertpapier-Depotübertrag?

Für Aktien, ETFs und Krypto-ETPs ist der Übertrag unkompliziert und in Deutschland gesetzlich kostenlos. Der Ablauf:

  1. Neues Depot eröffnen beim Zielanbieter.
  2. Übertragsformular ausfüllen — der neue Anbieter stellt es bereit und übernimmt in der Regel die gesamte Abwicklung.
  3. Alte Depotnummer und Positionen angeben, wahlweise vollständig oder einzeln.
  4. Warten: Der Vorgang dauert typischerweise zwei bis sechs Wochen, abhängig von der abgebenden Bank.
  5. Anschaffungsdaten prüfen. Diese müssen mitübertragen werden — sonst unterstellt das neue Institut im Zweifel eine ungünstige Ersatzbemessungsgrundlage.

Wichtig: Ein Depotübertrag ohne Rechtsträgerwechsel ist steuerneutral. Sie realisieren keinen Gewinn, die Haltefristen laufen ungebrochen weiter. Genau deshalb ist der Wertpapierübertrag dem Verkaufen und Neukaufen immer vorzuziehen.

Prüfen, ob sich der Wechsel für Sie rechnet

Vergleichen Sie Ihre aktuellen Konditionen mit denen der anderen Anbieter — der Rechner macht die Ersparnis sichtbar.

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Was ist mit Neukundenprämien?

Mehrere Anbieter werben regelmäßig mit Prämien für Depotüberträge oder Neueröffnungen. Diese Aktionen wechseln häufig; die jeweils gültigen Angebote finden Sie im Vergleichsrechner.

Zwei Hinweise dazu. Erstens: Prämien sind steuerlich in der Regel als Ertrag zu erfassen. Zweitens: Eine einmalige Prämie von 50 Euro wiegt einen dauerhaften Kostennachteil von 1 Prozentpunkt bei regelmäßigen Käufen schnell nicht mehr auf. Rechnen Sie mit Ihrer realistischen Handelsfrequenz, nicht mit dem Werbeversprechen.

Checkliste vor dem Depotwechsel

  • Haltedauer prüfen: Sind Ihre Bestände älter als zwölf Monate?
  • Stille Reserven berechnen: Wie hoch wären die realisierten Gewinne?
  • Freigrenze im Blick behalten: Wurden im laufenden Jahr bereits Gewinne realisiert?
  • Spread doppelt einkalkulieren — beim Verkauf und beim Neukauf.
  • Funktionen abgleichen: Bietet der neue Anbieter Sparplan, Staking und die von Ihnen gewünschten Coins?
  • Zweites Depot als Alternative prüfen, statt vollständig zu wechseln.
  • Altes Depot nicht voreilig schließen, bis alle Steuerdokumente exportiert sind.

Welche Unterlagen sollten Sie vor dem Wechsel sichern?

Nach der Depotschließung ist der Zugriff meist nicht mehr möglich. Exportieren Sie deshalb vorher:

  • Vollständige Transaktionshistorie seit Kontoeröffnung, idealerweise als CSV
  • Jahressteuerbescheinigungen aller Jahre
  • Erträgnisaufstellungen, sofern separat verfügbar
  • Verlustbescheinigung, falls Sie Verluste in ein anderes Depot übertragen wollen — sie muss bis zum 15. Dezember des jeweiligen Jahres beantragt werden
  • Kaufabrechnungen als Belege für Anschaffungszeitpunkte

Die Verlustbescheinigung ist der am häufigsten vergessene Punkt. Ohne sie bleiben aufgelaufene Verluste im alten Depot und können nicht mit Gewinnen im neuen verrechnet werden — bei Wertpapieren ein potenziell vierstelliger Fehler.

Wie gehen Sie bei mehreren Kryptowährungen vor?

Kurzantwort

Prüfen Sie jede Position einzeln, nicht das Depot als Ganzes. Ihre Bitcoin-Position kann seit zwei Jahren steuerfrei sein, während eine im Frühjahr gekaufte Ethereum-Position noch in der Frist steht. Verkaufen Sie in diesem Fall nur die steuerfreien Bestände, lassen Sie den Rest liegen und ergänzen Sie das neue Depot schrittweise. Ein Alles-oder- nichts-Wechsel ist bei Kryptowährungen fast nie die optimale Lösung.

Wie rechnen Sie einen Wechsel durch?

Die Frage lässt sich in drei Schritten beantworten. Nehmen wir an, Sie halten 15.000 Euro in Kryptowerten bei einem Anbieter mit 1,5 Prozent Kosten und kaufen jährlich für 6.000 Euro nach.

  1. Jährliche Ersparnis berechnen. Bei einem Wechsel zu 0,30 Prozent sparen Sie auf die Nachkäufe 1,2 Prozentpunkte, also 72 Euro pro Jahr.
  2. Einmalkosten des Wechsels ermitteln. Verkauf von 15.000 Euro zu 1,5 Prozent (225 Euro) plus Neukauf zu 0,30 Prozent (45 Euro) = 270 Euro.
  3. Steuerwirkung prüfen. Liegen die Bestände über zwölf Monate: keine Steuer. Darunter: gegebenenfalls erheblich.

Ergebnis im steuerfreien Fall: Der Wechsel amortisiert sich nach knapp vier Jahren. Wären zusätzlich 4.000 Euro Gewinn steuerpflichtig, kämen bei 35 Prozent Grenzsteuersatz 1.400 Euro hinzu — die Amortisation läge dann bei über zwanzig Jahren.

Kurzantwort

Daraus folgt die einfachste Regel dieser Seite: Wechseln Sie nie Bestände, die noch innerhalb der Zwölfmonatsfrist liegen und im Gewinn sind. Warten Sie ab, bis die Frist abgelaufen ist, und tätigen Sie bis dahin alle Neukäufe beim günstigeren Anbieter. Sie verlieren nichts und vermeiden die Steuerlast vollständig.

Wie funktioniert der Zweitdepot-Ansatz konkret?

Beispiel für eine sinnvolle Depotaufteilung
DepotZweckAnbietereigenschaft
Depot A (bestehend)Altbestände bis zum Fristablauf haltenbeliebig, bleibt unverändert
Depot B (neu)alle Neukäufe und Sparpläneniedrigste laufende Kosten
Optional Depot CCoins, die A und B nicht führengroße Coin-Auswahl

Diese Struktur hat einen zweiten, oft übersehenen Vorteil: Weil FIFO walletbezogen gilt, verbraucht ein kurzfristiger Trade in Depot B nicht Ihre bereits steuerfreien Altbestände in Depot A. Bei einem einzigen Depot wäre genau das der Fall — mit potenziell teuren Folgen.

Nachteile: zwei Steuerreports, zwei Zugänge, zwei Legitimationsverfahren. Für die meisten Anleger wiegt der steuerliche Vorteil das auf.

Was ist beim Wertpapierübertrag konkret zu tun?

Wenn Sie neben Krypto auch Aktien, ETFs oder Krypto-ETPs mitnehmen wollen, läuft der Prozess folgendermaßen:

  1. Zieldepot eröffnen und vollständig freischalten lassen.
  2. Übertragsauftrag beim neuen Anbieter stellen — er übernimmt die Kommunikation mit der abgebenden Bank.
  3. Vollständig oder teilweise wählen. Bei Teilüberträgen einzelne ISINs und Stückzahlen angeben.
  4. Nicht zwischenzeitlich handeln. Orders während des laufenden Übertrags können den Prozess verzögern oder scheitern lassen.
  5. Nach Eingang die Anschaffungsdaten prüfen — Kaufdatum und Einstandskurs müssen korrekt übernommen worden sein.

Ersatzbemessungsgrundlage vermeiden

Fehlen beim Übertrag die Anschaffungsdaten, setzt das aufnehmende Institut im Zweifel eine pauschale Ersatzbemessungsgrundlage an — typischerweise 30 Prozent des Veräußerungserlöses als fiktiven Gewinn. Bei einem Verkauf über 20.000 Euro würden dann 6.000 Euro als Gewinn behandelt, selbst wenn Sie tatsächlich kaum etwas verdient haben. Sie können das über die Steuererklärung korrigieren, brauchen dafür aber Ihre Originalbelege. Prüfen Sie die Daten deshalb direkt nach dem Übertrag.

Wann sollten Sie Ihr altes Depot behalten?

Fürs Behalten spricht

  • Sie halten dort Bestände innerhalb der Zwölfmonatsfrist
  • Der Anbieter führt Coins, die Ihr neuer nicht hat
  • Sie wollen die FIFO-Trennung nutzen
  • Die Depotführung ist ohnehin kostenlos
  • Der Steuerreport für vergangene Jahre bleibt abrufbar

Fürs Schließen spricht

  • Sie zahlen dort laufende Gebühren
  • Der Anbieter erhebt eine Inaktivitätsgebühr
  • Sie verlieren den Überblick über mehrere Zugänge
  • Alle Bestände sind bereits übertragen oder verkauft

Da die Depotführung bei allen acht Anbietern kostenlos ist und nur eToro eine Inaktivitätsgebühr erhebt, spricht in den meisten Fällen wenig gegen ein ruhendes Zweitdepot. Wichtig ist nur, den Zugang gesichert zu halten und die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiv zu lassen.

Wechsel oder Zweitdepot?

Vergleichen Sie Ihre aktuellen Konditionen mit den Alternativen — der Rechner zeigt, was Sie pro Jahr sparen würden.

Zum Vergleichsrechner

Häufige Fragen

Kann ich Kryptowährungen zwischen Depots übertragen?

Bei den meisten deutschen Anbietern nicht. flatex, Traders Place, justTRADE, Smartbroker+ und finanzen.net ZERO erlauben weder Senden noch Empfangen. Ein Wechsel bedeutet daher in der Regel verkaufen und neu kaufen. Übertragbar sind nur Krypto-ETPs, weil sie Wertpapiere sind.

Ist ein Depotwechsel steuerpflichtig?

Ein echter Wertpapier-Depotübertrag ohne Rechtsträgerwechsel ist steuerneutral; Haltefristen laufen weiter. Wer Kryptowährungen dagegen verkauft und beim neuen Anbieter zurückkauft, realisiert einen steuerlich relevanten Verkauf — und startet eine neue Zwölfmonatsfrist.

Wie lange dauert ein Depotübertrag?

Typischerweise zwei bis sechs Wochen, abhängig von der abgebenden Bank und der Zahl der Positionen. In Deutschland ist der Übertrag gesetzlich kostenlos; der aufnehmende Anbieter übernimmt in der Regel die Abwicklung.

Lohnt sich ein Wechsel zu einem günstigeren Krypto-Depot?

Wenn Ihre Bestände älter als zwölf Monate sind, der Verkauf also steuerfrei ist, und Sie regelmäßig nachkaufen: meistens ja. Sind die Bestände jünger und im Gewinn, kann die ausgelöste Steuer die Ersparnis übersteigen. Oft ist ein zweites Depot für Neukäufe die bessere Lösung.

Sollte ich mein altes Depot schließen?

Nicht sofort. Exportieren Sie zuerst alle Steuerdokumente und Transaktionshistorien. Da die Depotführung überall kostenlos ist, spricht auch nichts dagegen, das alte Depot für Altbestände weiterlaufen zu lassen — das erleichtert sogar die FIFO-Zuordnung.

Sind Wechselprämien sinnvoll?

Sie sind ein netter Nebeneffekt, aber selten der ausschlaggebende Grund. Eine einmalige Prämie von 50 Euro gleicht einen dauerhaften Kostennachteil von einem Prozentpunkt bei regelmäßigen Käufen schnell nicht mehr aus. Prämien sind zudem steuerlich in der Regel als Ertrag zu erfassen.

Wie rechne ich aus, ob sich ein Wechsel lohnt?

Jährliche Ersparnis auf Ihre Nachkäufe berechnen, davon die Einmalkosten aus Verkauf und Neukauf abziehen und die mögliche Steuerlast prüfen. Im steuerfreien Fall amortisiert sich ein Wechsel oft nach wenigen Jahren; mit Steuerlast kann es Jahrzehnte dauern.

Was ist die Ersatzbemessungsgrundlage?

Ein pauschaler Ansatz des aufnehmenden Instituts, wenn beim Depotübertrag die Anschaffungsdaten fehlen — typischerweise 30 Prozent des Veräußerungserlöses als fiktiver Gewinn. Korrigierbar über die Steuererklärung, aber nur mit Originalbelegen.

Warum ist ein Zweitdepot steuerlich vorteilhaft?

Weil FIFO walletbezogen gilt. Ein kurzfristiger Trade im neuen Depot verbraucht dann nicht Ihre bereits steuerfreien Altbestände im alten Depot — bei einem einzigen Depot wäre genau das der Fall.

Kann ich während eines Depotübertrags handeln?

Besser nicht. Orders während des laufenden Übertrags können den Prozess verzögern oder scheitern lassen. Planen Sie die zwei bis sechs Wochen als Ruhephase ein.

Sollte ich mein altes Depot behalten?

In den meisten Fällen ja, solange dort Bestände innerhalb der Zwölfmonatsfrist liegen oder Coins geführt werden, die Ihr neuer Anbieter nicht hat. Die Depotführung ist überall kostenlos; nur eToro erhebt eine Inaktivitätsgebühr.

Zweites Depot eröffnen

Depotführung ist bei allen acht Anbietern kostenlos.